Die Modellanlagengestaltung

 Wenn man sich mit einer Landschaft beschäftigt die rund 8000 km weit entfernt

ist, so ist es nur wenigen möglich sich die ersten Ideen direkt vor Ort zu holen.                

Wie also fängt man an?

Zunächst einmal lebt jede gute Modellbahnanlage von einer realitätsgetreuen Landschaftsnachbildung. Hier sollte jedoch der Modellbahner bedenken, dass ihm nur ein geringer Platzbedarf zur Verfügung steht und anders als in der freien Natur viele Dinge wesentlich komprimierter dargestellt werden müssen. Hilfreich waren damals für mich also Bildbände über Kanada aus denen ich mir gezielt Bilder ausgesucht habe und diese zu einer kleinen Landschaft verknüpft habe. Dabei sollte man darauf achten,dass die Landschaften nicht zu gegensätzlich sind. Nur so bekommt man später ein harmonisches Modellanlagenbild. Wer sich in der Fachliteratur auskennt hat sicherlich schnell erkannt, dass sich das Thema meiner Modellanlage an dem Buch Canadian Pacific von Charles Wassermann anlehnt. Der Fluß ist dem Foto des Bow Rivers nachempfunden und wurde an den notwendigen Stellen von mir so verändert, dass sich das nächste Thema leicht anpassen läßt. Auch viele andere Themen aus dem Buch finden auf meiner Modellbahn Anwendung. Hier seien nur ein paar Dinge genannt wie; die Stoney Creek Bridge und die Holzverarbeitung auf dem Slocan Sea in British Columbia.

                            

Als zweiten Punkt möchte ich auf die lebendige Gestaltung eingehen.Lebendig wird eine Modellbahnanlage erst durch das Nachstellen von Augenblicken. Es können alltägliche und auch nicht alltägliche Situationen sein. Bei diesen Dingen sollte man wirklich frei entscheiden und seiner Phantasie keine grenzen setzen. Zu diesem Zweck möchte einfach nur ein paar Bilder als Beispiele anführen.

 

  
                                                   

                                       

Im nun folgenden Abschnitt möchte ich auf die kleinen lebensnahen Feinheiten eingehen. All das was typisch für nordamerikanische Verhältnisse ist und unserer Modellbahnanlage eine gewisse Glaubwürdigkeit verleiht. Hierbei handelt es sich z. B. um die typischen Tunnelportale aus Holz, Steinschlagschutztore mit vom Wetter gebeutelten Dachabdeckungen, mutigen Mädchen an eisigen Gebirgsbächen, Gebirgsentwässerung oder einfach nur eine alte "Coal Mine" neben den Gleisen. Auch hierzu wieder einige Bilder:

   
   



Schließlich und endlich das Wesentliche - DIE SCHIENEN. Im Gegensatz zu dem uns Europäern bekanntem Bild führen in den kanadischen Gebirgen noch viele ältere Streckenverläufe eingleisig. Hin und wieder trifft man immer wieder auf Ausweichstellen wie hier auf dem Bild,

                         

jedoch der größe Teil verbleibt eingleisig. Sicherlich für den ein oder anderen Modellbahner eine irrationale Vorstellung, eine Modellbahnanlage nur mit einem Schienenkreis zu nutzen, mir jedoch ein Bedürfnis dies auch umzusetzen. Wer das nicht so sieht sollte von vorne herein seine Anlagenplanung auch anders gestalten und einen anderen Landschaftsaspekt wählen, als ich dies getan habe. Wie ich auf meiner Bahnreise in Kanada selbst erleben durfte haben Schienen dort einen ganz anderen Stellenwert als beispielsweise bei der Deutschen Bahn. Krumme, verbogene Schienen gehören hier zum normalen Bild. Die Geschwindigkeiten, mit denen sich die bis zu 3,6 km langen Züge durch das Rocky Mountain Gebirge bewegen sind oft nur so gering, dass dies kaum eine Beeinträchtigung darstellt. Auch nach europäischen Verhältnissen völlig undenkbare Streckenverläufe wie Tunnelspitzkehren oder Schienenkreuzungen gehören im kanadischen Gleisbild zum Standard. Hier kann und sollte der realitätstreue Modellbahner wirklich seine Ideen ausleben.

                                      

Dies war ein kleiner Einblick über die realistische Umsetzung vom Orginal zum Modell. Hinsichtlich dessen sind jedoch die Möglichkeiten für jeden annähernd unbegrenzt. Doch wird sich für jeden selbst irgendwann bestätigen; je mehr Detailreichtum und Realität, desto mehr Ehrgeiz treibt einen immer wieder voran. Auf Grund dieser Tatsache ist also davon auszugehen, dass auch meine Modellbahnanlage niemals wirklich fertig werden wird.